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Ausstellung

Ausstellung im Willi-Bleicher-Haus
Stuttgart: Alfred Hausser und Walter Vielhauer

DGB Stgt

Termin:
10.12.2019 bis 28.02.2020
Ort:
Gewerkschaftshaus, 70174 Stuttgart

Alfred Hausser und Walter Vielhauer – zwei Antifaschisten
10.12.2019 bis 28.02.2020
Willi-Bleicher-Haus,
Willi-Bleicher-Str. 20, 70174 Stuttgart

Öffnungszeiten: montags bis freitags 8:00 bis 20:00 Uhr

Ausstellungseröffnung am 10.12.2019, 18:00 Uhr


Wer sollte heute den Schwur von Buchenwald erfüllen, wenn nicht wir?
Alfred Hausser und Walter Vielhauer – zwei Antifaschisten, die sich stets für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit einsetzten. Sie verstanden es, in Solidarität miteinander und mit großen persönlichen Opfern dem Terror der Nazizeit und ihrer Gesellen zu widerstehen und sich niemals unterkriegen zu lassen.

In Stuttgart geboren, ging Alfred Hausser von 1928 bis 1932 als Mechaniker in die Lehre. 1934 wurde er verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Einen Teil der Haftzeit verbrachte er im Zuchthaus Ludwigsburg und wurde zur Zwangsarbeit für Bosch im Gefängnisbetrieb eingeteilt. Nach seiner Entlassung war Alfred Hausser Mitgründer der VVN – Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – und von 1961 bis 1992 auch deren Landesvorsitzender. 2003 verstarb er. ……
Walter Vielhauer wurde 1909 in Reutlingen geboren, kam aber bereits 1914 nach Heilbronn. Er machte eine Lehre zum Silberschmied und wurde 1928 Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD). Bereits im März 1933 erfolgte die erste Verhaftung. Er war fast durchgehend bis 1945 in verschiedenen Gefängnissen und KZ inhaftiert. Walter Vielhauer betreute im KZ Buchenwald heimlich das jüdische Kind Stefan Jerzy Zweig, was im Roman „Nackt unter Wölfen“ der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde. Nach seiner Entlassung wurde er zum Dezernenten für Wohnungs-, Arbeits- und Fürsorgefragen in Heilbronn berufen. Von Juli 1947 bis Juni 1948 wirkte Walter Vielhauer als Ankläger bei der Spruchkammer zur Entnazifizierung in Heilbronn. Er war fassungslos enttäuscht, wie sich die Verfahren zur wirkungslosen Farce entwickelten und alte Nazis wieder in ihre Ämter zurückkehrten.
Das Vermächtnis, der Schwur von Buchenwald: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!, ist angesichts alltäglicher rechtsextremer Bedrohungen wichtiger denn je. Der Entzug der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA durch die Berliner Finanzverwaltung ist ein Skandal sondergleichen. Der Staat sanktioniert damit demokratisches Engagement gegen Rechtsradikale und Nazis.

In Memorium Grabrede

Alfreds letzte Ruhestätte Foto: kappa photo

Am 12. August 2003 vor 15 Jahren verstorben Alfred Hausser und am 22. August fand auf dem Stuttgarter Pragfriedhof die Trauerfeier statt. Vier Wochen nach der bewegenden Trauerfeier fand die Urnenbeisetzung im Kreise der Angehörigen und enger Freunde statt. Alfreds Asche ist im Familiengrab der Haussers auf dem Freidhof in S-Untertürkheim – ganz in der Nähe der Gedenkstätte der Stuttgarter Widerstandsgruppe Schlotterbeck – beigesetzt.

Christoph Jetter, der Sprecher der Interessengemeinschaft ehemaliger Zwangsarbeiter unter dem NS-Regime (IGZ wurde 1986 von Alfred mitbegründet und 2007 in die Arbeti der VVN eingebettet.) hielt die Graberede.

„…. Alfred Haussers Tod bedeutet für alle, die ihn eine lange oder kurze Strecke seines Weges begleitet haben, den Verlust eines Vorbildes an Unbeugsamkeit, solidarischer Lebenspraxis und großherziger Menschlichkeit. Uns bleibt aber der Reichtum, den die tiefen Spuren seines politischen Wirkens hinterlassen, und es bleibt die unauslöschliche Erinnerung. “

Zur ganze Grabrede:

15. Todestag

Am 12. August 2003 vor 15 Jahren ist Alfred Hausser kur vor seinem 91. Lebensjahr verstorben.


Lilo Hermann-Gedenken A.H 4.19.2000 Foto: kappa photo

In Memorium Tafel 11 der Ausstellung (sieeh Leiste im Blog)

Alfred Hausser hat den aufrechten Gang und den langen Atem ( Vermächtnis Tafel 11 asu der Ausstellung)
vorgelebt. Er gehört zu jenen AntifaschistInnen der ersten Ge-
neration, deren Erfahrungen, Geradlinigkeit, Standhaftigkeit
und Beharrlichkeit die VVN-BdA entscheidend prägten.
Mehreren Generationen von AntifaschistInnen waren sie Im-
pulsgeber, Lehrer, Vermittler, Vorbild. Sie alle hatten wie Alfred
in den Jahren der Haft und Verfolgung gelernt, dass Antifaschismus nicht eine Sache Einzelner bleiben darf, sondern Vieler.
Deshalb riefen sie die VVN ins Leben. Das Vermächtnis Alfred
Haussers ist, wofür er sich fast ein ganzes Leben lang eingesetzt hat: Eine starke Organisation der AntifaschistInnen, ein breites Bündnis, das ungeachtet unterschiedlicher Generationen, Weltanschauungen und Parteipräferenzen wachsam, aktiv und lebendig bleibt im Kampf gegen Faschismus und Krieg

Der Antifaschist und Begründer der Interessengemeinschaft ehemaliger Zwangsarbeiter hätte für seine Tun und Wirken ein öffentliches Erinnern z.B. durch Benennung eines Platzes, Strasse oder Haus nach ihm als Würdigung für sein Lebenswerk verdient.

Ausleihe der Ausstellung anlässlich seines 100 Geburtstages 2012 hier: http://alfredhausser.blogsport.de/ausleihe/
Alle 11 Tafel findet ihr in der Leister des Bloges
http://alfredhausser.blogsport.de/

Lex Baumann

Lex Ludwig Baumann! Foto: kappa photo
Am Tag der Trauerfeier von Ludwig Baumann am 18.7.18 erreichte die Rentenrückzahlforderung nach AKG-Härtebeihilfe die Familie.
Protest gegen postume Kürzung von NS-Opferrente hier:

Pressemeldungen:
Taz 3.8.2018 http://www.taz.de/!5520833/

Erste Wortmeldungen aus der Politik zum „Lex Baumann“ von Ulla Jelpke (MdB) die auf der Trauerfeier von Ludwig Baumann ein Traueransprache hielt, erklärte:

„Die Härtefallregelungen für NS-Opfer müssen dringend reformiert werden. Der Fall des im vorigen Monat verstorbenen Wehrmachts-Deserteurs Ludwig Baumann zeigt, dass hochbetagte Überlebende in ihren letzten Lebensjahren benachteiligt werden, wenn sie in ein Pflegeheim ziehen. Eine Änderung dieser beschämenden und diskriminierenden Regelung ist überfällig. Wir fordern, dass die Opferrenten für Heimbewohner nicht gekürzt werden und das Finanzministerium auf jegliche Rückzahlungsforderungen verzichtet“ …
mehr: https://www.ulla-jelpke.de/2018/08/entschaedigungs-unrecht-bei-ns-opfern-beenden/

Jan Korde (MdB) dazu< /strong>

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Nachtrag zur Trauerfeier am 18.7.2018
Reden