10. Todestag 12. August 2013


Alfred Hausser auf der LDK 2000 in Mannheim

In Erinnerung an den10. Todestag von Alfred Hausser, der am 12. August 2003 in Stuttgart verstorben ist.

Die Trauerrede von 22. Augsut 2003 in der Aufbahrungshalle des Pragfriedhofes in Stuttgart von Christop Jetter gehalten, lässt sein politisches Leben Revue passieren.

Trauerfeier Pragfriedhof Stgt.


Am 17.5. 2013 fand auf dem Pragfriedhof im Beisein von politischen Weggeführten; Freunden und Verwandten von Ilse Werner die Trauerfeier statt.
Unter der Klängen ihres Lieblingslied Brot und Rosen begann die Trauerfeier
Trauerreden folgten. Für die VVN-BdA sprach Conny Kerth gehalten und ist hier eingestellt .
Martin von der „Mühle“ von Ilse beauftragt, spielte auf dem Saxophon die Improvisation rundete dei Trauerfeier ab.
Anschließend fand im Clara-Zetkin-Heim S-Sillenbuch der Leichenschmaus statt mit weiteren Redebeiträgen von WeggefährtInnen.
Hier der NatrurFreunde Beitrag:

Ilse Werner verstorben


Ilse Werner am 2.9.2012 , DGB-Haus Stgt.; 100. Geburtstag von Alfred Hausser, foto: kappa photo

Ilse oben bleiben!

Ich habe positiv gelebt, mein Leben lang.

Am 10. Mai 2013 verstarb *Ilse Werner, die Lebensgefährtin von Alfred Hausser.

Kennengelernt habe ich Ilse Werner an der Seite von Alfred Hausser. Jahre der Zusammenarbeit in der Interessengemeinschaft ehem. Zwangsarbeiter folgten. Bei meinen Reisen in den Süden war ich öfters bei Ilse und Alfred. Den Kontakt nach Alfreds Tod zu Ilse blieb.
In den Gesprächen erfuhr ich vieles aus ihrem und Alfreds gemeinsamen politischen Leben.

Trotz ihres angeschlagen Gesundheitszustandes Anfang März 2012 kurz vor ihrer Herzoperation konnten ich für die Ausstellung zum 100. Geburtstag von Alfred, das Fotoalbum Hausser-Werner sichten.

Auf ihren aktuellen gesundheitlichen Zustand (3.2.12) angesprochen, strahlte sie Zuversichtlich aus:
.. „..dass ich nicht in Angst verfalle, sondern dass ich positiv denke. Ich habe positiv gelebt, mein Leben lang. Jetzt hoffe ich, dass alles gut geht.
Meine Losung: Ilse oben bleiben!

Jetzt ist Ilse nicht mehr in diesem irdischen Sein. Ihr physisches Leben ist erloschen. Ihr Zuversicht bleibt in unserem Gedächtnis.**

Lothar Eberhardt

Nachruf der VVN-BdA, Ba-Wü.
www.oberndorfgedenken.de/NachrufIlseWerner.pdf

** Zum Kondolenzbuch:
http://www.kondolenzbuch-online.de/cgi-bin/2013/books/000209.pl
dann Button Kondolieren drücken

Lebensgeschichtliches:
http://www.esslingen.vvn-bda.de/artikel/2013/20130511.html

*
Zur Traueranzeige:
www.stuttgart-gedenkt.de/Traueranzeige/Ilse-Werner

Beerdigung: Fr., 17.5.2013 um 13:00 Pragfriedhof in Stuttgart

Text Alfred Hausserlied

Alfred Hausser – Nur wer sich selbst aufgibt, ist verloren

„Wehret den Anfängen!“-„ Aufrecht gehen!“

„Mit denen die dagegen warn, in der Zukunft bestehen“

„Der Antifaschismus soll menschlich sein“

So brachte Alfred sich lebenslang ein

Er gab sein Gesicht dem Widerstand

und sein Leben und Schaffen er damit verband.

Die Marbacher
http://www.diemarbacher.de/

Erbe des Widerstands

Conykerth
Conny Kerth, Bundessprecherin der VVN-BdA

Liebe Ilse, liebe Familie Hausser,

Liebe Freundinnen und Freunde, Kameradinnen und Kameraden,

schade, dass Alfred heute nicht mehr persönlich bei uns sein kann. Schade, dass er nicht mehr mit uns am Colle de Lys war, dass er das tolle Wochenende in Rostock nicht miterlebt hat.

Wir vermissen ihn sehr! Nicht nur bei den „highlights“ unseres Organisationslebens – ganz besonders im Alltag fehlt er.

Alfred, der keine Auseinandersetzung scheute, sie aber immer ruhig und mitgroßer Besonnenheit führte. Vielleicht waren es diese Ruhe und Besonnenheit, die ihm die Kraft und den langen Atem gaben, nicht aufzugeben und immer dran zu bleiben:

• an der Auseinandersetzung um die Entschädigung der Überlebenden und Hinterbliebenen des Nazi-Terrors und
• am Kampf um die Anerkennung des Widerstands gegen den Faschismus, der vor allem ein Widerstand der Arbeiterbewegung und besonders der Kommunisten war;
auch am ständigen Kampf um den Erhalt der Organisation, die das Erbe des Widerstands trägt, seine VVN-BdA.

Dazu gehörte für Alfred die Auseinandersetzung mit Politik und Justiz ebenso wie das Werben um Mitglieder und Spenden. Wie viele Male drohte eines unserer politischen Projekte zu scheitern, bis Alfred kundtat, dass er einen Sponsor oder eine Sponsorin gefunden hatte?

Eine seiner größten Stärken war Alfreds Fähigkeit, Tradition und Wandel in seiner Person zusammenzuführen:

• Er, der kommunistische Widerstandskämpfer, dem die Klassiker der Weltliteratur geholfen haben, die Einzelhaft im faschistischen Kerker zu überstehen;
• der Zwangsarbeiter der Firma Bosch, der bis ans Ende seines Lebens um die Entschädigung seiner Leidensgefährten kämpfte;
der Prozessbevollmächtigte, der sich August Baumgartes Intervention im VVN-Verbots-Prozess gegen den Rat der Anwälte zu eigen machte;
der Hauptamtliche, der die VVN national und international als Repräsentant der deutschen Antifaschistinnen und Antifaschisten vertrat –

wer konnte besser für die Tradition stehen, als die Kreise der VVN-BdA sich am 13. Januar 1990 in Frankfurt/Main trafen, um die Organisation unter den neuen Bedingungen quasi neu zu erfinden?

Alfred stand mit seinen damals 77 Jahren zugleich für den Neuanfang:

• Er setzte sich aktiv mit den Anforderungen einer rein ehrenamtlichen Organisation auseinander und übernahm selbst wieder einen verantwortlichen Part;
• er war offen für die Forderung der Basis nach einer Struktur, die die Entscheidungsprozesse radikal von unten nach oben organisiert;
er hörte zu, wog ab und trat entschieden dafür ein, dass in einer partei- und generationsübergreifenden VVN-BdA unterschiedliche Zugänge zum Antifaschismus eine Selbstverständlichkeit sein müssen, dass die Gemeinsamkeit immer wieder neu erarbeitet werden muss und dass es nicht immer gelingt, zu allen Fragen eine gemeinsame Position zu haben.

Alfred stand und steht immer noch für eine lebendige VVN-BdA mit einer engagierten Diskussionskultur auf der Grundlage, die heißt: „Das Erbe des Widerstands bewahren.“ Wie die Welt sich ändert, so müssen wir immer wieder ausloten, wie dieses Erbe konkret werden kann.

Wir haben Alfred viel zu verdanken, nicht zuletzt die Erinnerung an einen warmherzigen, großzügigen und humorvollen Menschen, der trotzt mancher Schicksalsschläge und Enttäuschungen dem Leben und den Menschen zugewandt blieb.

Seine liebe Ilse

Ilse Werner

machte mich darauf aufmerksam, dass es sicher in seinem Sinne wäre, wenn sich hier und heute der eine oder die andere dazu entscheiden könnte, die Lücken, die unsere „Altvorderen“ hinterlassen, ein wenig aufzufüllen. Deshalb liegen auf den Tischen Aufnahmeformulare.

Wir wollen das Erbe des Widerstands bewahren und in die Zukunft tragen. Ob es klappt, ist – wie immer – eine Frage des Kräfteverhältnisses. In diesem und in Alfreds Sinne: wir brauchen Euch alle!